::: this is real POP :::

Veröffentlicht in leben am 4. Dezember 2012 von marronnier

rude girl with curious hair

Veröffentlicht in leben, pop mit den Tags , , am 26. Juli 2012 von marronnier

rude girl with curious hair

kurz nach zwölf in perpignan

Veröffentlicht in leben mit den Tags , , , am 29. Juni 2012 von marronnier

kurz nach zwölf in perpignan

die zeit scheint still zu stehen am ende der welt

f x karl: starschnitt (2004) – revisited

Veröffentlicht in literatur, pop mit den Tags , , , am 16. Juli 2011 von marronnier

starschnitt

starschnitt


schon länger nichts gehört von f x karl. ob es ihm schon selbst so ergangen ist wie dem anti-helden seines 2004 bei blumenbar erschienen romans starschnitt, gregor strasser, genannt “greg strass”, und er längst in tokio abgetaucht ist?

vielleicht inspiriert der gott der literatur seine schreiberlinge ja dazu, ihr schicksal tranceartig aus ihrer eigenen literatur abzuleiten? schon an der abkürzung des namens seines protagonisten sieht man jedenfalls, dass f x mit literarischer erfindungsgabe nicht eben gesegnet ist. ja er hat sogar angst davor. gerade bei den namen. etwas befremdlich wirkt das schon, siehe zum beispiel die kurze szene mit nicki, deren namenswahl karl folgendermaßen kommentiert: “so heißt das model nun mal”. frage: vor wem rechtfertigt sich karl hier eigentlich? vor sich selbst? vor dem leser? – oder ist das wieder alles ganz anders, und f x lacht uns bloß aus.

f x karl vergibt eine chance nach der anderen in seiner yellow-press-kritik (an der auch eine gewisse faszination beteiligt sein könnte). seine ausufernden protokolle z. b. einer “dirty-harry”-schmidt talkshow-sequenz mögen ja noch angehen – immerhin deutet der autor so etwas wie einen kritischen kommentar in den dialogbegleitenden, narrativen einsprengseln an. letztlich nervtötend sind vor allem die ausufernden promi-kataloge in kaum bis überhaupt nicht überzeugenden settings. es reicht einfach nicht hinzuschreiben: “halb sechs uhr morgens in st. tropez.” da müsste schon noch etwas mehr fleisch ans gerüst, um wirklich irgendjemandem das wasser im mund zusammenlaufen zu lassen. brigitte bardot hätte vielleicht das zeitkolorit, nun ja, ähem gestört. aber selbst das hätte einen nicht mehr rausbringen können: der 2004 erschienene roman schildert so in etwa die glitzerwelt auf dem stand von ca. 1999. hat beim lesen zwar irritiert, ist aber eigentlich nicht weiter schlimm – strukturell hat sich in der glamourwelt nicht einmal durch 9-11 viel geändert.

was will dieser roman eigentlich mitteilen, mal ganz abgesehen von der tatsache, dass es sich bei diesem text nicht einmal um einen roman handelt, allenfalls eine erzählung, wobei auch letztere gattung zumindest eine andeutung von handlung voraussetzt?

ich bin mir alles andere als schlüssig. das ende des textes verschränkt sich mit seinem anfang. das leben im siebten himmel der reichen und schönen als ewiger kreislauf also? verfehlt dessen nerv vielleicht gar nicht so verheerend, erinnert etwas an ickes sturz und wiederaustieg in “berlin calling”. oder gumbos sturz ohne wiederaufstieg in joachim bessings “wir maschine” (der übrigens auch so merkwürdig antiquiert wirkt, selbst wenn man sich in dessen abfassungszeit versetzt). also was jetzt?

f x’ fernöstlichem spirit der kreisbewegung könnte auch der schauplatz des übergangs, die popkapitale tokio, sekundieren. dennoch löst sich karl nicht aus seinem devot-schleimigen lustekel, mit dem er auf einer relativ oberflächlichen bewusstseinswelle durch die neongelbe welt der bunten blätter und des sensationsfernsehens surft. immer wieder verfällt karl in einen beinahe rätselhaft unoriginellen nachschreibegestus, so z. b. in der szene im atomic café, wo er deren geistigen vater, rainald goetz, sogar noch namentlich benennt. man könnte annehmen, wenn einem greg strass gelungen wäre, den goetzschen duktus in die gattung lifestylemagazin-text zu überführen, dürfte ihm dafür ein ehrenplatz auf dem friedhof der unwichtigen hochglanzprodukte sicher sein: in karlscher nachschreibe liest sich das einfach banal, inklusive sprachlicher schoten wie “halbentblößte haut”. aua, aua. also was jetzt dann?

wenn es karl um gesellschaftskritik gegangen sein sollte, dann liegt er leider auch völlig daneben. dazu hätte er sich für ein brauchbares gegenideal entscheiden müssen, wie das z. b. david safier in “mieses karma” getan hat; zugegebenermaßen fällt dies bei safier recht konservativ, um nicht zu sagen: reaktionär aus. aber hier hat sich wenigstens einer entschieden. eine lehre bietet karls “starschnitt” (wo liegt eigentlich abgesehen vom wortspiel der tiefere sinn dieses titels?) aber doch: ein leben im speckgürtel des starrummels lässt dich zwangsläufig zum arsch mutieren: und das ist “alternativlos” (a. merkel). punkt.

kurz noch was positives: äußerst gelungen ist die gestaltung dieses buches aus dem (münchener, i presume) hause blumenbar. das titeldesign auf dem cover mit beidseitigem anschnitt und dem im a applizierten sternchen in schlichtem schwarz-weiß ist ein volltreffer. die wahl von papier und serifen-schrifttype ist souverän und wäre in der lage, intelligenten lesegenuss optimal zu unterstützen.

GROOVE-story #127/3 | map.ache: staten island aquarium

Veröffentlicht in leben, pop mit den Tags , , am 23. März 2011 von marronnier

eine traube kinder stand gerade noch vor der dickglasigen scheibe des aquariums. das wasser leuchtete türkisfarben. bunte fische cruisten unentschieden, verwirrt geradezu, hinter der scheibe auf und ab. auf dem schwarzen fliesenboden hatten sich hellblaue lichtblasen gebildet. die fliesen schienen sich an diesen stellen zu verflüssigen, kleine, sprudelnde wassertöpfe vor meinen füßen.

die kinder sausten bereits wieder in richtung der lichtgefluteten eingangstüre. ihre begeisterung brach sich hallend bahn in dem unterirdischen schacht. und kreischend fuhr der pulk zu tage. danach wieder: glucksende stille.

ich hingegen schwelgte noch in dem warmen farbenmeer, verspürte ein beruhigendes, harmonisches gefühl, wie es mir aus der farbsauna vertraut war. ich erinnerte mich an den unnatürlich hohen, komplett grün durchstrahlten raum des lichtplantschbeckens. für einen kurzen moment war ich auf gedankenreise. dann weckte mich das plätschern und ein schwelend modriger geruch.

die fische beäugten mich, unbeteiligt glotzend, ausdauernd. dann überquerte auch ich den acheron ins grelle licht, zwinkerte mit den augen.

charles torbett: the berlin vendetta (1984)

Veröffentlicht in film, literatur mit den Tags , , , am 14. Dezember 2010 von marronnier

berlin – brennpunktstadt im kalten krieg. torbett zoomt in den wedding: elisabeth von welte bekommt besuch von zwei herren. hornbrillen, graue anzüge, aktenkoffer mit zahlenschloss, leicht sächsischer akzent. ihre botschaft ist eindeutig: in 24 stunden soll elisabeth einen mikrofilm aus dem tresor ihres vaters entwenden und den beiden übergeben. hermann von welte, elisabeths vater, ist gesandtschaftsrat bei der ständigen vertretung der bundesrepublik deutschland in berlin ost. im tresor seiner privatwohnung im berliner westen lagern jede menge streng geheimer unterlagen. der einsatz der agenten: das leben von elisabeths italienischer freundin angélica di giorda, ebenfalls diplomatentochter und bereits vor längerer zeit einmal die beste freundin elisabeths gewesen. die bilder, die die stasi-agenten elisabeth zeigen, sind eindeutig. angélica wurde entführt und gefoltert. die drohung: liefert elisabeth den film nicht innerhalb von 24 stunden, ist angélica tot.

elisabeth setzt alles daran, den film zu bekommen, doch es gelingt ihr nicht. ihr vater taucht auf einmal hinter ihr auf, als sie mit zitternder hand den code in das schloss des wandtresors tippt. hermann von welte schaltet die polizei ein, die beiden spione werden verhaftet. das schicksal angélicas ist ungewiss. es gibt kein lebenszeichen von ihr. elisabeth ist am boden zerstört. zusätzlich fühlt sie sich verfolgt. südländisch aussehende männer beobachten sie, tief hinter großformatigen zeitungsseiten versteckt. ihr telefon knackt verdächtig. in ihrer wohnung werden in ihrer abwesenheit gegenstände verstellt. die bremsen ihres autos versagen, beinahe kommt sie ums leben. mit ihrem vater kann sie nicht mehr reden. er schweigt verbittert.

da erhält sie eines tages einen brief. sie erkennt die handschrift. es ist die von angélica. sie bittet elisabeth um ein treffen. in zwei tagen soll sie in venedig sein. und sie soll den mikrofilm mitbringen. elisabeth setzt sich in den zug. sie lernt einen mysteriösen mann kennen. eine kette von zufällen führt die beiden immer wieder zusammen. wer ist der fremde? sind die ständigen begegnungen wirklich zufall? schon sitzt elisabeth im vaporetto und sucht den palazzo venier dei leoni auf, wo sie sich mit angelica treffen wird. und es fällt ihr wie schuppen von den augen. die vendetta beginnt.

charles torbett hat einen kühl kalkulierten agententhriller hingelegt. mit der archaischen dramatik eines puzo verbindet er traditionelle mafia-motive mit einer typischen kalter-kriegs-atmosphäre. im verlauf des buches dreht sich die spirale der gewalt immer schneller. am schluss schreibt sich torbett in einen wahren blutrausch, der an carlottos mafia-gemetzel erinnert.

das buch scheint kaum jemand gelesen zu haben, ich selbst habe es in einem ramschkarton im antiquariat meines freundes entdeckt, aus irgendeinem nachlass eines amerikanischen offiziers, der in unserem kleinen städtchen stationiert war und verstarb. über den autor weiß man nicht viel mehr, als was auf dem vergriffenen papierumschlag steht: “charles torbett lives as an adminstrative officer in austin, texas. few people have seen him in real life. he hides from the public.” eine deutsche übersetzung scheint auch niemand gewagt zu haben. zumindest kenne ich keine. – vielleicht mache ich mich mal drüber. es könnte sich lohnen.

charles torbett: the berlin vendetta (xenos books no. 120610, new york, 1984, 640 p.)

another day … just belle vie …

Veröffentlicht in architektur, leben, literatur, pop mit den Tags , , , am 20. September 2010 von marronnier

ein letzter tag in der sonne. ölglänzende leiber lagern um einen in blendendem azur strahlenden pool. die septembersonne hat nicht mehr die kraft des vergehenden hochsommers, wärmt aber dennoch die vom nachtgekühlten poolwasser fröstelnde haut. oder ist es nicht eher so: das sich anschmiegende wasser kühlt die sonnenerhitzte körperrinde? den kreislauf dieser beiden aggregatszustände nennen die meisten der hier lagernden menschen erholung. vielen genügt der empfindungswechsel. der austausch von ort, gewohnheiten, klima – die augen schließen, die warme sonne spüren, dem zirpen der grillen aus den buschbewachsenen hügeln um die ferienanlage zuhören. just believe, just breathe – jaa, jetzt!

zwischendrin gibt es aber auch die rastlosen. die, denen das aktivitätslose nichtstun, vor sich hinleben, chillen nicht ausreicht. durch kleine fenster, die sie vor ihr gesicht halten, sehen sie mittels kleingedruckter schwarzer buchstaben in ferne welten, in dunkle vergangenheiten oder eine noch finsterere zukunft, in die gesunde oder kranke fantasie eines autors. kleine fluchten aus dem paradies, die das verschaffen, was auch teil der erholung sein mag: das wohlige schaudern dessen, dem nichts passieren kann, der in sicherheit genießt, fern jeglichen leidens.

auch wenn der status der erholungssuchenden ein unterschiedlicher ist: das meer macht alle gleich. wie sonne, wasser, strand. bei regen wirkt die vornehmste ferienanlage trist.

und jetzt ereignet sich etwas. die schlanke, schwarzhaarige schönheit erhebt sich langsam von ihrer liege. ihre bewegungen folgen dem programm des edlen, gravitätischen, der idealen linie – so bewegt sich das adelige wesen. es ist das verhalten derjenigen, die von ihrer überlegenheit weiß. die sich sicher ist, dass ihr hier niemand das wasser zu reichen vermag. sie schreitet die treppen ins becken hinab. gleitet ins wasser. verdrängung minimal.

es ist das schlussspiel. das letzte des sommers. geschrieben in einer syntax der schönheit, die nur das auge versteht.

ein letzter tag in der sonne. ölglänzende leiber lagern um den azurblauen pool. das meer rauscht lauter. die septembersonne hat nicht mehr die kraft. noch wärmt sie. aber nicht mehr lange.

aber davon will heute keiner etwas wissen.

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