leben als lohnschreiber

tag für tag. schreibt er sätze auf vorgegaukeltes papier (blütenweiß, 16 zoll). immer wieder dieselben ausgelutschten gedanken. aber die verpackung macht’s: kalte werbesprache, erhaben, höhnisch, glatt, gefällig, geschmeidig. nur nicht zweifeln – wo sind die borsten und haken, wo der ganze dreck der straße?

und wieder sitzt er da: fügt wort an wort, eine welt beschreibend, die nicht mal im jenseits existiert. ein rasiertes oberflächen-nirvana. abgestimmt und angepasst. schlicht zum kotzen!

ich sehe ihn durchs fenster. die scheibe spiegelt. manchmal sieht er aus wie ich. einmal kreuzten sich unsere blicke. ich wandte mich rasch um in richtung park und ging davon.

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