conquer rome itself

combichrist in der rofa

in schallgewittern

vor kurzem war er auf einem konzert. industrial aus norwegen. gnadenlos dreschende beats: hart, ordinär, laut. fasziniert beobachtete er den shouter, der einen hispano-amerikanischen namen trug. wirkte exotisch. der typ rastete völlig aus und lief auf der bühne wie ein tiger in seinem käfig auf und ab. brüllte permanent irgendwas von „blood“, „red“, „fuck“, „shit“ ins mikro.

das geschehen auf der bühne absorbierte ihn vollständig. doch mit dem verlauf der show verlagerte sich nach und nach sein interesse. er begann sich ein bisschen umzusehen und versteckte sich hinter einer trostlos den raum gliedernden, schwarz bemalten betonsäule.

verstohlen studierte er den kleidungsstil der anderen konzertbesucher. fast alle trugen schwarz. lederwesten mit nieten. blassgeschminkte haut. netzhemden. manche hatten künstlich toupierte haare. eine sehr sexy aussehende frau mit violett-weißen haaren trug handschellen am gürtel.

langsam löste er sich wieder von der sicheren säule, an der er lässig gelehnt hatte, und ließ sich in das knäuel der tanzenden meute hineinwalzen. der beat übernahm sofort die kontrolle über seinen körper. er sprang mit den anderen um die wette. blaue, rote, weiße blitze setzten seine netzhaut unter beschuss.langsam verschwamm alles vor seinen augen.

combichrist in der rofa

wie ein tiger auf der bühne

er befreite sich aus der menschenmasse und suchte seine säule. dahinter tanzte eine frau, die ihm schon vorher aufgefallen war. schlank, vollkommen schwarz gekleidet, schien sie völlig in ihren tanz versunken zu sein. sie hatte keine begleitung dabei, ging ab und zu zu ihrer tasche, trank etwas, fotografierte.

er blieb etwas von der säule entfernt stehen und sah sie fasziniert an. dunkle augen, von langen schwarzen haaren umspült, die in wilden kaskaden durch die luft fielen. sie schien ihn nicht zu bemerken, auch die anderen tänzer nahmen keine notiz von den beiden, so dass er in seiner betrachtung nicht gestört wurde. um ihn herum donnerte das schallgewitter.

da hielt sie plötzlich inne und sah ihm in die augen. er erschrak derart, dass er sich sofort wegdrehte und wieder in die wogenden tanzfluten stürzte. der strom der tänzer riss ihn derart mit sich, dass er die säule samt der tänzerin aus den augen verlor. er versuchte noch einige male, einen letzten blick auf sie zu werfen. aber er hatte keine chance. sie blieb seinen blicken entzogen.

auf einmal wurde es hell. das konzert war zu ende. die leute trollten sich.

es war eine sternklare nacht. er schwang sich auf sein fahrrad und ließ sich durch die nachtschwarzen straßen gleiten. in seinem mp3-player lief tarwater, „conquer rome itself“. bei jedem schuss hatte er das gefühl, in ihm zerreiße etwas.

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