europa endlos

am frustrierendsten sind die momente nach der show.

die frau mit den langen, blonden haaren hing locker im bahnabteilsessel zweiter klasse. er hatte sich nach langem inneren ringen dazu gebracht, sie anzusprechen. wie ein automat hatte sie zu reden begonnen.

jeden abend in irgendeinem club in irgendeiner stadt in irgendeinem menschenentleerten innenstadtbezirk vor irgendeiner gesichtslosen partycrowd. you know, i love the music, i love the sound, it’s an everynight-thrilling-experience – warum sage ich das auf englisch? ich weiß es nicht mehr anders -, but i feel as a traveller through the dark side of this planet. always on the run, feeling the vampire’s fear of sunlight. jede nacht derselbe rhythmus: erst warmspielen, dann langsam nach oben fahren, endtanzgeschwindigkeit, verschmelzung. dann bricht der tag an, draußen, unbemerkt, gnadenlos. dann ins hotel. alleine. einschlafen vor sonnenaufgang.

dies sind die momente, in denen ich es hasse. ganz europa bereist, nix gesehen. in unbequemen bahnabteilen mit dem plattenkoffer im gepäcknetz.

in köln stieg sie aus. sie tat ihm leid. für einen kurzen moment hatte er das gefühl, er müsse ihr hinterher, mitaussteigen und sich in ihr leben stehlen. aber er war sicher, dass er dann sein eigenes leben ändern musste.

er blieb sitzen.

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