das verborgene stadtviertel

marronnier hatte angst. die drei schlanken, durchtrainierten jagdhunde kreuzten nervös auf dem schmalen, schlammigen weg des kleinen wäldchens am flussufer hin und her. den weg nahm er jeden morgen auf dem weg zur arbeit. der hundebesitzer war bereits weit vorangegangen. mit seinem fahrrad vorbeizufahren hätte sich marronnier niemals getraut. er hatte in solchen situationen des öfteren einfach gewartet, bis die hunde außer sicht waren und war dann beherzt in den wald gefahren.

aber heute entschied er sich völlig anders. er nahm den anderen weg, um die städtische kläranlage herum. dort war er bisher noch nie gefahren. er durchquerte eine tiefe pfütze, die der starke gewitterregen der letzten nacht hinterlassen hatte. zum ersten mal sah er die kläranlage von vorne. hinter der kläranlage befand sich eine art bauhof. männer standen dort beim morgenbier. danach kam eine hinter einer dichten hecke verborgene kleingartenanlage. eine weißblaue fahne ragte aus einem der gärten in den hellblauen himmel.

er fuhr eine leicht gebogene straße entlang. vor seinen augen öffnete sich ein kleiner platz mit einem modernen kunstwerk an der seite. eine art gerollte bronzemuschel. marronnier staunte über die fähigkeit mancher moderner architekten, menschengemäßes zu schaffen. angenehme farben umwarben seine augen. er floss in die in umgebende architektur. die straße, auf der er fuhr, machte eher den eindruck eines fahrradweges denn einer straße. eine frau hängte wäsche auf ihrem balkon.

das wäre die perfekte niemandsbucht, dachte sich marronnier. er nahm sich vor, wiederzukommen.

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