another day … just belle vie …

ein letzter tag in der sonne. ölglänzende leiber lagern um einen in blendendem azur strahlenden pool. die septembersonne hat nicht mehr die kraft des vergehenden hochsommers, wärmt aber dennoch die vom nachtgekühlten poolwasser fröstelnde haut. oder ist es nicht eher so: das sich anschmiegende wasser kühlt die sonnenerhitzte körperrinde? den kreislauf dieser beiden aggregatszustände nennen die meisten der hier lagernden menschen erholung. vielen genügt der empfindungswechsel. der austausch von ort, gewohnheiten, klima – die augen schließen, die warme sonne spüren, dem zirpen der grillen aus den buschbewachsenen hügeln um die ferienanlage zuhören. just believe, just breathe – jaa, jetzt!

zwischendrin gibt es aber auch die rastlosen. die, denen das aktivitätslose nichtstun, vor sich hinleben, chillen nicht ausreicht. durch kleine fenster, die sie vor ihr gesicht halten, sehen sie mittels kleingedruckter schwarzer buchstaben in ferne welten, in dunkle vergangenheiten oder eine noch finsterere zukunft, in die gesunde oder kranke fantasie eines autors. kleine fluchten aus dem paradies, die das verschaffen, was auch teil der erholung sein mag: das wohlige schaudern dessen, dem nichts passieren kann, der in sicherheit genießt, fern jeglichen leidens.

auch wenn der status der erholungssuchenden ein unterschiedlicher ist: das meer macht alle gleich. wie sonne, wasser, strand. bei regen wirkt die vornehmste ferienanlage trist.

und jetzt ereignet sich etwas. die schlanke, schwarzhaarige schönheit erhebt sich langsam von ihrer liege. ihre bewegungen folgen dem programm des edlen, gravitätischen, der idealen linie – so bewegt sich das adelige wesen. es ist das verhalten derjenigen, die von ihrer überlegenheit weiß. die sich sicher ist, dass ihr hier niemand das wasser zu reichen vermag. sie schreitet die treppen ins becken hinab. gleitet ins wasser. verdrängung minimal.

es ist das schlussspiel. das letzte des sommers. geschrieben in einer syntax der schönheit, die nur das auge versteht.

ein letzter tag in der sonne. ölglänzende leiber lagern um den azurblauen pool. das meer rauscht lauter. die septembersonne hat nicht mehr die kraft. noch wärmt sie. aber nicht mehr lange.

aber davon will heute keiner etwas wissen.

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